Hallo, das bin ich
Der fünfte Tag im Jahre 1985 war gerade mal zwei Stunden alt, als ich, in dieser bitterkalten Winternacht, im Spital Schwyz meine Ankunft mit einem lauten Schrei bekannt gab.
Während vier Jahren war ich der alleinige Star meiner Eltern Beat und Emilie und zusammen mit ihnen entdeckte und erforschte ich meine nähere und weitere Welt rund ums Feldmoos in Sattel. Dann meldeten sich in kurzen Abständen meine drei Schwestern, Karin (1989), Nina (1990) und Micha (1992) an und vorbei war es mit der Ruhe. Gemeinsam hielten wir meine Eltern auf Trab und sorgten für Stimmung im Hause Suter.
Schon bald hatten auch die täglichen Freiheiten ein Ende, denn die Einladung für den Kindergarten flatterte ins Haus. Meine Freude darüber hielt sich in Grenzen, doch heute blättere ich gerne in den Fotoalben meiner Schuljahre in Sattel, Rothenthurm  und Oberarth  und schwelge in Erinnerungen.
Da ich von klein auf ein  Bewegungsmensch war und mich am liebsten irgendwo im Freien aufhielt, fragte mich mein Onkel Osi (damals JO-Leiter beim SC-Sattel-Hochstuckli), ob ich nicht im JO-Training mitmachen möchte. Ich war anfänglich nicht wirklich begeistert von dieser Idee, doch ein kurzes Schnuppertraining hat mich schnell überzeugt und meine anfängliche Skepsis, mit den älteren und stärkeren Jungs und Mädchen zu trainieren, machte schnell der Freude und dem Spass an der Bewegung und dem Zusammensein mit meinen Gspänndli Platz und ich möchte meine JO-Jahre mit all den tollen Erinnerungen nicht missen. Ob im Winter auf Schnee oder im Herbst in der Halle, es war ganz einfach super, was die verschiedenen JO-Leiter und Trainer uns JO-Kindern mitgegeben haben.
Zu dieser Zeit war ich auch in der Meitliriege und hatte grossen Spass an der Leichtathletik. Ich spielte sehr gerne Fussball und beim jährlichen Dorfturnier war ich immer live dabei!
Auch meine Schwestern entdeckten nach und nach die Freude am Skisport und ihr könnt euch bestimmt vorstellen, was es heisst , vier lebhafte, manchmal trödelnde, oft widerspenstige Mädchen fürs Training oder an den Wochenenden für die Rennen vorzubereiten. Mama sei Dank!
Unzählige Stunden verbrachte mein Dädi im Skikeller, schliff Kanten, präparierte Skier, stellte Bindungen ein und dies oft bis spät in die Nacht, damit seine vier Mädchen, die bereits in ihren Betten schliefen am nächsten Tag wieder möglichst sicher und schnell durch die Tore kurven konnten. Während meiner JO-Zeit begleitete mich mein Vater an fast alle Rennen und dafür bin ich ihm sehr dankbar. Er war da, wenn ich ihn brauchte und wir waren ein gut eingespieltes Team.
Aufgrund meiner Erfolge fand ich Aufnahme im ZSSV-JO Kader und die ersten Skitrainings waren für mich und meine Familie der absolute Wahnsinn. Ich litt unsäglich unter Heimweh und bereits Tage vor der Abreise weinte ich mich jeden Abend in den Schlaf. Alles Zureden und Trösten half nicht.
Ich spürte (und spüre) das Heimweh immer noch, doch lernte ich im Laufe der Jahre damit umzugehen und es gefühlsmässig einzuordnen.
Nach meiner erfolgreichen Zeit im ZSSV- JO- und Juniorenkader hiess es wieder Abschied nehmen von Kolleginnen, Kollegen und Trainern und Fuss zu fassen in den verschiedenen Kadern, die ich bei Swiss-Ski durchlaufen habe. (Juniorennati,  B-Kader; A-Kader; Nati)
Doch nicht nur Koffer packen, trainieren und Rennen fahren, waren in dieser Zeitphase angesagt, nein auch meine Lehre als Kauffrau forderte viel von mir und nur Dank dem Entgegenkommen meines Lehrbetriebes, der Mithilfe meiner Schulkolleginnen Marina, Nicole, Romy und meiner Tante Butz schaffte ich den Lehrabschluss im Sommer 2003 erfolgreich. HURRA!
Endlich konnte ich mich voll und ganz auf meine sportlichen Ziele konzentrieren. Und als wir im August 2003, kurz nach der Geburt meines Göttibuben Jordan, nach Argentinien ins Trainingslager reisten, war ich voller Zuversicht und Hoffnung. Aber eben, es kommt nicht immer alles, wie man es gerne hätte. Bei einem Sturz während eines Abfahrtstrainings erlitt ich einen Trümmerbruch am linken Schienbeinkopf und daraus entwickelte sich eine dreijährige Leidensgeschichte mit unzähligen Tränen, zerstörten Träumen und Fragen nach meiner weiteren Zukunft.
Viele trösteten mich, machten mir Mut, holten mich aus tiefen Löchern, forderten mich und zeigten mir neue Perspektiven auf. Dank all diesen Menschen fand ich meinen Weg zurück in den Skisport. Es war kein einfacher Weg und er hat mir aufgezeigt, wie vergänglich alles ist, wie schnell man gerade im Sport weit oben und dann wieder ganz unten ist. Inzwischen weiss ich, dass der Skisport für mich etwas ganz Einmaliges und Wunderbares ist, doch mein Augenmerk richtet sich nicht mehr nur darauf, sondern gilt auch anderen wertvollen Dingen, die ich (noch) entdecken und erleben darf. Darum erwarte ich mit Freude jeden neuen Tag, versuche etwas Gutes daraus zu machen und nehme an, was er mir bringt.